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Schaubild ihrer Selbst

14 Mai

Sie liebt das Lesen, Malen, Basteln, Schreiben – all‘ die kreativen Formen, die es ihr erlauben, ihre Seele nach außen zu kehren. Doch sitzt sie da, starrt auf das leere Blatt Papier und weiß nichts damit anzustellen. Sie nimmt einen Stift in die Hand ohne zu wissen, was sie mit diesem machen soll. Sie spürt die Leere in sich – ebenso leer wie das Blatt Papier, das noch immer unberührt vor ihr liegt. „Wenn ich die Seele nach außen kehren will, dann wird das Blatt wohl für immer leer sein“, denkt sie im Stillen.

Und weil sie die Leere und Stille nicht mehr erträgt, schaltet sie Musik ein. Doch sie kann sich nicht entscheiden, welchen Titel sie hören möchte, schaltet immer wieder ein Lied weiter, wieder zurück, doch wieder weiter, ändert die Musikrichtung und schaltet schlussendlich die Musik wieder aus.

Vielleicht Fernsehen: Schaltet den Fernseher ein, wählt jeden einzelnen Sender mehrmals an um auch den Fernseher schlussendlich wieder verstummen zu lassen.

Nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit für dem Bücherregal verbracht hatte um etwas Lesenswertes zu finden, kehrt sie ohne Buch, dafür mit einem Bündel schwerer Gedanken, die ihr die Schultern runterziehen zum leeren Blatt Papier zurück, dass sie, wie es ihr scheint, erwartungsvoll anschreit, sie solle doch endlich den Stift zur Hand nehmen und ihre Seele nach außen kehren.

Sie nimmt erneut den Stift in die Hand und fasst all‘ ihren Mut zusammen, schreibt zögernd ein Wort auf das Papier, mittig, umrandet es, betrachtet es, schreibt noch ein Wort, umrandet es auch und während sie so Wort für Wort auf das Papier bringt, immer wieder umrandet, miteinander verbindet, entsteht nach und nach ein Schaubild ihrer Selbst – ihrer Seele – und sie spürt, dass es gar nicht so leer ist in ihr, dass es gar nicht so leise ist. Da schreien Gefühle, die sie lange missachtet, nein, vielmehr bewusst ignoriert hat, die jetzt ihre Aufmerksamkeit suchen: Wut und Trauer über verloren geglaubtes und Vergangenes; Hass gegenüber anderen aber vor allem gegenüber sich selbst; Narben der Zeit, die von neuem pochen und aufzureißen scheinen; Zweifel an der Richtigkeit ihres Weges, ihres Daseins, ihres alltäglichen Handelns; fehlende Akzeptanz gegenüber ihres eigenen Seins, ihres Körpers, ihrer Gedanken aber vor allem gegenüber ihrer Existenz als Frau sowohl in der Gesellschaft als auch in ihrer Partnerschaft; tiefe Liebe, die sie für ihre Familie, Freunde und insbesondere für ihren Partner hegt, aber auch tiefe Angst, dass diese Liebe nicht erwidert wird, da sie sich selbst diese Liebe nicht erwidern kann.

Sie betrachtet das Schaubild, wischt sich eine Träne aus dem Gesicht und zerknüllt es nach einiger Zeit, nimmt ein neues Blatt Papier und schreibt, zuversichtlich und voller Hoffnung nochmals ein Wort in die Mitte; doch diesmal lässt sie es stehen, alleine, denn es soll ihr als Mahnmal dienen:

DANKBARKEIT

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Memo an mich selbst

22 Jan
  • Der Schlüssel, für mich, zum Glücklichsein ist die bedingungslose Liebe mir selbst gegenüber. Nur wenn ich nicht mit mir selbst in Konflikt stehe kann ich meine Ziele verwirklichen und glücklich sein.
  • Es ist wichtig seine Bedürfnisse und Wünsche klar zu definieren und auszusprechen. Dadurch haben andere die Möglichkeit Bedingungen zu schaffen, die es mir ermöglichen ich selbst zu bleiben.
  • Ich darf meine Ziele nicht aus den Augen verlieren und muss mich an meine Beweggründe für diese Ziele erinnern.
  • Ich muss zu mir selbst stehen und ebenso hinter meinen Entscheidungen. Meine Persönlichkeit ist das, was mich ausmacht. ich bin keine starke Frau, dafür habe ich Fähigkeiten und Eigenschaften, die mich zu einer liebenswerten Frau machen. Hierfür muss ich auch zu meiner sensiblen Seite stehen und diese öfters reflektieren, da sie mein innerstes Wohlbefinden wiederspiegelt und meine Persönlichkeit prägt.
  • Jemanden zu lieben ist legitim, jedoch muss man diese Person gehen lassen, wenn sie die selben Gefühle nicht zurück geben kann. Jemanden loszulassen muss nicht zwangsweise bedeuten aufhören müssen zu lieben.
  • Ich bin nicht alleine! Und wenn niemand da ist, so habe ich mich!

(In einem Café in Amsterdam 2013)