Nichts ist vergleichbar

18 Aug

Ihr Kopf tut weh, die Welt dreht sich und ihr schmerzen die Augen trotz geschlossener Lider. Ihr ist schlecht, sie hat Durst und sie versucht sich zu erinnern, jedoch ist das einzige, was sie im Moment weiß, dass die Nacht wohl ziemlich lang gewesen sein muss, dass sie wohl ein Glas zu viel getrunken haben muss.
Langsam öffnet sie die Augen, die Sonne schreit ihr ins Gesicht. Sie blinzelt, versucht sich aufzusetzen und sieht sich im Raum um. „Ich bin daheim, wenigstens das“, denkt sie.
Neben ihr liegt ein Mann, den sie kaum, ein paar Stunden vielleicht, kennt. Sie schüttelt den Kopf und geht ins Bad.

Während sie unter der Dusche steht hört sie die Haustür. Erleichtert atmet sie auf. Das Wasser wäscht den Dreck der vergangenen Nacht von ihrem Körper. Sie schließt die Augen, hält ihr Gesicht in den Duschstrahl, wünscht sich, dass das Wasser auch den Dreck aus ihrem Kopf wäscht, die Gedanken den Ablauf hinterlaufen lässt, doch nichts passiert.

In einem Handtuch gehüllt steht sie am Waschbecken. Als sie in den Spiegel blickt kommen ihr die Tränen. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern wann das alles angefangen hatte, aber den Grund vergisst sie nie. Wenn sie die Augen schließt spürt sie ihn noch immer, hört seinen Atem, seine Stimme, spürt seine Arme, wie sie ihren Körper fest umarmen, spürt seine Wärme auf der Haut und ihre Liebe, welche sie noch immer für ihn fühlt. Sie erinnert sich an den Schmerz, als sie erfuhr, dass er sich für eine andere Frau entschieden hatte und nachdem der Schmerz nicht aufhören wollte zu pochen, machte sie sich auf die Suche.

Sie sucht einen Mann, bei dem sie sich im Arm genauso wohlfühlt, der ihr die gleiche Wärme schenkt, der genauso liebevoll und zärtlich ist, der genauso mit ihr lachen kann und sie genauso versteht.

„Noch einmal das spüren dürfen, was er mich spüren ließ. Nur diesen einen Wunsch! Ich will wieder glücklich lieben!“

Sie läuft zurück in ihr Schlafzimmer, nimmt einen Zettel von ihrem Bett und zerknüllt ihn ungelesen in der Hand und während sie die Tränen aus dem Gesicht wischt und den Zettel in den Mülleimer wirft, weiß sie nur zu genau, dass sie diesen Mann nie finden wird, denn sie hatten ihn bereits gefunden und ohne Worte wieder gehen lassen.

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